Vorbild Japan: Automatisierte Gesichtserkennung bald in Deutschland?

Japan hat an 156 Flughäfen und Häfen Vorrichtungen zur automatischen Gesichtserkennung in Betrieb genommen: Ausländer müssen bei der Einreise einen Blick in eine Videokamera werfen, dann gleicht das System die erfassten Daten automatisch mit den Gesichtsdaten international registrierter Terrorverdächtiger ab. Ausgenommen sind Kinder bis 16 Jahren, nachweislich in Japan lebende Ausländer und Diplomaten. Bisher hatten die Einreisebehörden Bilder manuell mit denen von Terrorverdächtigen verglichen.

Deutschland könnte bald nachziehen: Bundesinnenminister Thomas de Maizière nahm die Initiative der japanischen Behörden zum Anlass, erneut darauf hinzuweisen, an Bahnhöfen und Flughäfen entsprechende Vorrichtungen installieren zu wollen, um Terrorverdächtige leichter identifizieren zu können. „Die Behörden müssen technisch können, was ihnen rechtlich erlaubt ist", sagte er.

Diese Forderung steht auch im Maßnahmenkatalog seines Ministeriums. Darin heißt es: „Lichtbild und Gesichtserkennungssysteme sollen perspektivisch mit einer vergleichbaren Zuverlässigkeit wie der Fingerabdruck zur Identifizierung einer Person beitragen". Dem Innenministerium zufolge halten sich in Deutschland rund 500 so genannte Gefährder auf, die potenziell bereit sind, Terrorakte zu begehen.