IATA: Immer mehr Passagiere benehmen sich daneben

Flugbegleiter bekommen es immer öfter mit Passagieren zu tun, die ihren Anweisungen nicht folgen, sie beschimpfen, andere Fluggäste bedrohen oder im Flugzeug randalieren. Das geht aus einem Bericht der International Air Transport Association (IATA) hervor. Danach meldeten Fluggesellschaften im Jahr 2015 exakt 10.854 so genannte „unruly passenger incidents“, was einer Zunahme von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Durchschnitt kommt es damit alle 1205 Flüge zu einem Zwischenfall mit rüpelhaften oder widerspenstigen Passagieren. Im Jahr zuvor lag der Schnitt noch bei 1282 Flügen.

Die IATA, die bereits 2012 eine 56-seitige Empfehlung für den Umgang mit widerspenstigen Passagieren erarbeitet und im 2014 erweiterten Montrealer Übereinkommen die Einführung eines entsprechenden internationalen gesetzlichen Regelwerks empfohlen hatte, rief in einer Stellungnahme dazu auf, die beschlossenen Maßnahmen rasch umzusetzen. „Wir brauchen ein global abgestimmtes Vorgehen, um die Angelegenheit in den Griff zu bekommen“, sagte Alexandre de Juniac, Director und CEO der IATA – und erinnerte daran, dass das überarbeitete Montrealer Abkommen erst von sechs Regierungen ratifiziert worden sei.

Ermutigende Nachrichten kommen unterdessen aus London Gatwick: Nachdem die Monarch Airlines dort den Alkoholausschank reduziert hatten, sank die Anzahl der „unruly passenger incidents“ um die Hälfte.