Zika-Virus: Infektion wird meldepflichtig

Infektionen mit dem Zika-Virus sind in Deutschland künftig meldepflichtig. Die dafür nötige Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) soll im Mai in Kraft treten. Grundlage ist die vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte und im März vom Bundesrat beschlossene IfSG-Anpassungsverordnung. Mit ihr wird eine Meldepflicht für Infektionen mit Arboviren eingeführt, zu denen auch das Zika-Virus gehört. „Damit gewinnen die Gesundheitsämter vor Ort wertvolle Zeit zum schnellen Handeln“, heißt es dazu im Bundesgesundheitsministerium.
Allgemein nimmt die Zika-Infektion einen eher milden Verlauf. Nur ein Viertel der Betroffenen entwickelt überhaupt Symptome (z.B. erhöhte Körpertemperatur, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung). Allerdings gibt es in Brasilien sowie weiteren süd- und mittelamerikanischen Staaten begründete Hinweise, dass Infektionen mit dem Zika-Virus Fehlbildungen des Gehirns bei Neugeborenen auslösen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die aktuelle Infektionswelle mit Zika-Viren daher bereits im Februar zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt.
In Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut (RKI) rät das Auswärtige Amt Schwangeren und Frauen, die schwanger werden könnten, deshalb von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab.