EuGH: Fluggesellschaften haften bei Verspätungen

Luxemburg – Arbeitgeber können bei Fluggesellschaften Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn Verspätungen erhöhte Lohn- oder Gehaltszahlungen zur Folge haben. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) Mitte Februar in einem Urteil zur Haftung von Fluggesellschaften gegenüber einem Arbeitgeber bei Flugverspätung seiner Angestellten verkündet.
Vorausgegangen war dem Urteil ein Rechtsstreit, der bis vor den Obersten Gerichtshof Litauen ging: Zwei Mitarbeiter einer litauischen Behörde waren auf einer internationalen Dienstreise mit der Air Baltic mit 14-stündiger Verspätung im Ziel eingetroffen. Gemäß litauischen Regelungen entstanden ihrem Arbeitgeber dadurch zusätzliche Reisekosten und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 338 €, die er anschließend bei der Fluggesellschaft geltend machte. Diese weigerte sich allerdings, der Forderung nachzukommen. Der Oberste Gerichtshof bat daraufhin den EuGH um Prüfung.
Der EuGH bezog sich bei seiner Entscheidung auf das Übereinkommen von Montreal, zog allerdings auch eine Haftungsgrenze für die Airlines ein. Danach darf der dem Arbeitgeber möglicherweise zu zahlende Schadensersatz keinesfalls die Gesamtsumme der Schadensersatzleistungen übersteigen, die den betroffenen Reisenden hätten zuerkannt werden können, wenn jeder für sich genommen eine Klage erhoben hätte.